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  • Kostenloser Storno im Hotel bis zur letzten Minute – muss das so bleiben?

Kostenloser Storno im Hotel bis zur letzten Minute – muss das so bleiben?


starkes Podium ITB 2018ITB-Podiumsdiskussion zeigt differenziertes Bild für deutsche Hotellerie

Keine kostenlosen 18-Uhr-Stornierungen mehr, so hat es der Mariott-Konzern für seine amerikanischen Hotels im vergangenen Sommer entschieden1). Damit entflammte eine Debatte, inwieweit sich auch europäische, insbesondere deutsche Hoteliers, diesen Konditionsänderungen anschließen sollten. Bislang gilt verbreitet die kostenfreie Stornierung bis 18 Uhr am Anreisetag. Bei US-Häusern der Mariott-Gruppe heißt es nun: Für Stornierungen, die später als 48 Stunden vor Anreise vorgenommen werden, wird eine Gebühr in Höhe des Übernachtungspreises fällig. Was sagen dazu HRS, Privat- und Ketten-Hotelier und der Branchenverband DEHOGA?

ITB-Podiusmdiskussion „Kostenloser Storno bis zur letzten Minute?“

Am Eröffnungstag der diesjährigen ITB vergangenen Mittwoch organisierten Studenten der SRH Hochschule Berlin Campus Dresden, gemeinsam mit den GreenLine Hotels, eine Diskussionsrunde und stellten ihre Fragen an:

Fritz Dickamp, Managing Director der L.I.K.E Hospitality Consulting, Marek Gawel, Geschäftsführender Inhaber der Bellevue Hotelbetriebs-GmbH, Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Verbands DEHOGA Berlin, Max C. Luscher, Geschäftsführer der B&B Hotels Deutschland sowie Dirk W. Schmidt, Managing Director Central & Northern Europe bei HRS.

Befragt wurden die Tourismus-Experten, inwieweit sie sich für eine Veränderung der Stornierungsbedingungen aussprechen beziehungsweise wie sie in ihrem Geschäftsalltag mit kurzfristigen Stornierungen umgehen.

„Längere Stornofristen sind totaler Quatsch.“

Max C. Luscher, Geschäftsführer der B&B Hotels Deutschland, ließ keinen Zweifel daran, dass für ihn und sein komplettes B&B-Hotelteam die Kundenzufriedenheit an vorderster Stelle steht. Diese Frage zu veränderten Stornofristen sei „totaler Quatsch“, so der gebürtige Stuttgarter. 

Er lenkt seit gut einem Jahr die Geschicke der B&B-Hotels und setzt dabei auf Wachstum. Seine Prognose für die nächsten Jahre: „Wir werden in den nächsten Jahren eh eine starke Veränderung im Buchungsverhalten verzeichnen. Die Generation Y wird nicht mehr im Voraus ihre Zimmer buchen, sondern spontan entscheiden, wo und wann sie übernachten möchte. Da machen längere Stornierungsfristen keinen Sinn.“

Das Bedürfnis nach Flexibilität rückte ebenfalls Dirk W. Schmidt, Managing Director Central & Northern Europe bei HRS, in den Mittelpunkt seiner Argumentation. Wenn hier der deutsche Hotelier sich dem amerikanischen Druck widersetzen könnte und dem loyaleren Gast mehr Flexibilität entgegenbrächte, würde dies den Hotelier und seine Marktposition langfristig stärken.

Podiumsdiskussion 2018„Direktbucher profitieren von kürzeren Stornofristen.“

Differenzierter sah es Marek Gawel, Geschäftsführender Inhaber des Viersterne-Superior-Hotels Bellevue am Rhein: „Wir verfolgen eine strikte Stornierungspolitik. Allerdings kann die taktische Steuerung von Stornobedingungen je nach Markt auch zu mehr Direktbuchungen führen.“ In seinem Haus gilt daher: Für Buchungen, die über HRS & Co. generiert würden, sind Stornierungen bis zwei Tage vor Anreise kostenfrei. Bei Direktbuchung profitiert der Gast von einer kürzeren Stornofrist von nur einem Tag vor Anreise.

Diese unterschiedliche Betrachtungsweise empfahl auch Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer vom DEHOGA Berlin und verglich ein Hotelzimmer mit einer verderblichen Ware. Hier könne man auch nicht einfach, die Ware bei Nichtgefallen zurückgeben. Das Zimmer wie die Ware hätten nur eine begrenzte Haltbarkeit, in der man sie anbieten könne. Zu welchen Konditionen der Hotelier dies täte, obliegt seinem Know-how sowie den vorherrschenden Marktbedingungen, Stichwort Lage des Hotels.

1) https://www.ahgz.de/news/geschaeftsreisen-debatte-um-neue-stornobedingungen-von-marriott,200012241030.html

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