Was ist Holzkohle?

Was ist Holzkohle?

Es gibt noch Hoffnung. Auf Sommer ähnliche Temperaturen, finde ich. Zumindest wenn ich mich an den vergangenen Sonntag erinnere.

Kaum hatten unsere Freunde den Grill aufgestellt und die Kohle angezündet, gab sich die Sonne doch einen Ruck und strahlte in ihrer ganzen Pracht. Herrlich!

Das erste Grillgut konnte bald serviert werden.
„Es sind Bio-Würstchen.“ Mit diesen Worten kredenzte die Gastgeberin schön braun gegrillte Würstchen.

„Ja, wir benutzen auch heimische Kohle dafür. Die haben wir aus unserem letzten Urlaub im Harz mitgebracht“, vervollständigte ihr Ehemann nicht ganz ohne Stolz ihr nachhaltiges Grill-Engagement.

Ich war baff. Bio-Würstchen gehören heute ganz klar auf den Teller und zum guten Ton. Dass Grillkohle auch nachhaltig sein kann, war mir neu.

Daher fragte ich: „Wie aus dem Harz mitgebracht? Das steht bestimmt nur auf der Verpackung. Aber hergestellt wird sie dann ganz woanders.“

„Ne, das wissen wir ganz genau. Wir waren nämlich bei der Herstellung mit dabei auf dem Harzer Köhlerhof Stemberghaus“, erwiderte der Grillmeister.

Ich war beeindruckt: „Aha, klingt interessant. Sag mal, wie stellt man Holzkohle eigentlich her?“

Wie entsteht Holzkohle?

ErdmeilerEs ist ein altes Handwerk, was heute beinahe ausgestorben ist, da die Industrie keine Holzkohle mehr benötigt. Die Familie Feldmer kaufte nach der Wende die Köhlerei Stemberghaus im Harz. Seitdem stellt sie manuell Holzkohle her, verkauft sie und zeigt Besuchern dieses traditionelle Handwerk. Der MDR berichtete 2015 bereits darüber.

Damit aus Holz Kohle werden kann, baut man einen sorgsam vertikal geschichteten „Holzhaufen“, den sogennanten Erdmeiler. In der Mitte dieses Meilers befindet sich, ebenfalls aus Holz, der sogennante Quandelschacht. Durch diesen Schacht wird der Meiler später angezündet.

Am besten geeignet ist Buchenholz. Da es langsam gewachsen und eng porig ist, ergibt es eine große Hitze.

Wichtig: Das benötigte Holz stammt bei der Holzköhlerei Stemberghaus aus der Region und besteht aus Resten, die bei der Möbelherstellung übrig bleiben. Bäume mussten nicht extra dafür gefällt werden.

Nachdem der Holzhaufen errichtet worden ist, bedeckt der Köhler ihn mit Heu und Erde, damit keine Luft ins Innere gelangen kann.

Danach bringt die Glut den Meiler zum Verkohlen. Es braucht übrigens 400 Grad und rund 10 Tage, damit das Holz verkohlen kann. Wenn die Temperatur erreicht wird, sticht der Köhler Löcher in die Erdschicht. So gelangt Sauerstoff in den Meiler und das Holz verkohlt.

Der Köhler muss während der gesamten Zeit darauf achten, dass keine Hohlräume oder Flammen entstehen, da sonst der Meiler einfach abbrennt.

Nach diesen Schilderungen war ich tief beeindruckt. So viel Arbeit steckt in Grillkohle. Man sollte ihr wirklich mehr Beachtung schenken.

Falls Sie nun Lust bekommen haben, sich diese Köhlerei selbst anzuschauen, dann finden Sie hier die Anfahrtsbeschreibung.

Holzhaufen

Wenn Sie dann noch etwas Kohle übrig haben, gönnen Sie sich eine Auszeit im nahe gelegenen GreenLine Schlosshotel Blankenburg (15 Autominuten entfernt) mit frisch eröffnetem Wellnessbereich.

Weitere Landhotels im Harz und viele Informationen zu den Hotels und interessanten Ausflugszielen der Region finden Sie hier.

Viel Spaß beim Angrillen und anschließendem Entspannen wünscht

Ihre Katrin

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