KEINE ANGST VOR MHD*

KEINE ANGST VOR MHD*

Refresh – EU-Projekt will helfen, Lebensmittelabfälle zu vermeiden

Der große Lebensmittel-Discounter ALDI Nord wirbt in seinem aktuellen Prospekt (10.- 15.4.17) mit dem EU-Projekt Refresh. Im Rahmen dieses Vorhabens sollen Ideen gefunden werden, wie Lebensmittelabfälle vermieden oder besser verwertet werden könnten. ALDI Nord präsentiert dazu folgende Lösung: Vorratsdosen!

Mit diesen können Sie dann Reste Ihres Essens im Kühlschrank aufbewahren und einfach einen Tag später nochmals aufwärmen. Innovativ, denken Sie?! Auch wenn dieser Vorschlag eher darauf abzielt, die eigenen Produkte gezielter an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen, so ist die Problematik der Lebensmittelverschwendung alles andere als banal.

Laut Refresh-Website werden jährlich 100 Millionen Tonnen Lebensmittel innerhalb der EU weggeworfen. Schätzungen gehen davon aus, dass es mehr als 120 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2020 werden könnten, wenn alles so bliebe wie bisher.

Mit diesen Mengen könnte die hungernde Weltbevölkerung zweimal gesättigt werden.

Um so überraschender, dass dieses EU-Projekt, das bereits seit Juli 2015 läuft, ein relatives Schattendasein fristet oder kannten Sie es?

Ein Grund dafür könnte darin liegen, dass sich Refresh nicht unmittelbar an Endverbraucher wendet. Anders sieht es hingegen bei der Organisation foodsharing.de aus. Ein Ziel dieser Non-Proft-Organisation ist es ,,Foodsaver und BotschafterInnen zu organisieren, Lebensmittel von Lebensmittelbetrieben aller Art zu retten...“.

essenskoerbeBislang seien dort über 26.000 Menschen aktiv, die sogenannte Essenskörbe mit beispielsweise abgelaufenen Lebensmittel von derzeit 3.300 Betrieben vor der Mülltonne bewahrten.
Insgesamt wurden über 8 Millionen Tonnen Lebensmittel seit 2013 vor dem Wegschmeißen gerettet.

Jeder kann ein Foodsaver werden und sich ehrenamtlich engagieren

Foodsharing.de klärt auch mit weitverbreiteten Irrtürmern auf. So ist ein Lebensmittel mit abgelaufenen MHD (*Mindesthaltbarkeitsdatum) nicht grundsätzlich schlecht.

Dazu foodsharing.de: „Das (MHD) ist eine Garantie des Herstellers, dass bis zum angegebenen Zeitpunkt, in Verbindung mit der angegebenen Lagertemperatur, das Lebensmittel die vom Hersteller bestimmte Qualität und den mikrobiologischen Zustand behält. Ist das MHD abgelaufen, ist es so, als ob man das Produkt selber hergestellt hat und man auch die volle Verantwortung dafür trägt. Allerdings ist auch jedem bekannt, dass zum Beispiel bei einem Joghurt, welcher 7 Tage nach Ablauf des MHD’ s verspeist wird, sich vielleicht ein wenig Wasser abgesetzt hat oder die Farbe der Fruchtmischung durchscheint, er aber immer noch genießbar ist.“

Anders sieht es beim Verbrauchsdatum aus. „Die Haltbarkeitsdauer der Lebensmittel mit einem Verbrauchsdatum ist meistens schon so weit ausgereizt, dass nach Ablauf des Verbrauchsdatums eine nachteilige mikrobiologische Veränderung sehr gut möglich ist. Oder es handelt sich um ein sehr empfindliches Lebensmittel.“

Also, keine Angst vor MHD und Vorratsdosen mit Essensresten. Werden Sie innovativ und kreieren Sie eigene neue Rezepte. Hilfestellungen und Anregungen verspricht die Seite "Reste essen"  Hier können Sie Ihre restlichen Zutaten eingeben und erhalten ein passendes Rezept.

Das Umweltbundesministerium hält zudem weitere Informationen bereit, wie Sie Ihre Vorräte besser im Blick behalten, Ihre Lebensmittel lange und gut aufbewahren können und dabei auch noch Geld und andere Ressourcen wie Energie sparen können. Überzeugen Sie sich selbst.

Viel Spaß beim Kreativsein,

Ihre Katrin

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