Von den Socken sein

Von den Socken sein

Ich ärgere mich jedes Mal und verstehe es nicht: Meine Waschmaschine scheint einen enormen Appetit auf Socken zu haben. Jedoch verschlingt sie niemals Sockenpaare, sondern hat sich darauf spezialisiert, diese Gleichgesinnten für immer voneinander zu trennen. Daher existiert in meinem Kleiderschrank ein Fach für „ledige Socken“.

Als ich kürzlich nun meinen Schrank aufgeräumt habe, bin ich über jene Einzelgänger gestolpert. Ich wollte sie geradewegs in den Hausmüll werfen, als meine Tochter mich fragte: „Was machst Du damit?“
„Tja, das sind einzelne Socken, die passen nicht zusammen, daher will ich sie wegschmeißen“, erklärte ich ihr.
„Aber, Mama, da können wir doch etwas daraus basteln“, frohlockte sie. „Keine Handpuppen“; ermahnte ich. „Deine Spielecke ist voll davon.“

Mein Kind verzog nur ganz kurz eine Flunsch, hielt eine Sekunde inne und strahlte mich dann an: „Ich habe eine Idee.“

Schnell kramte sie ihre Bastelschere, Kleber und die Filzreste heraus. Nach einer guten halben Stunde präsentierte sie ihr Werk: „Tatatata, guck, Mama, jetzt brauchen die Eier nicht mehr zu frieren.“
Aus alten Einzelgänger-Socken hatte sie liebevoll verzierte Unikat-Eierwärmer gemacht.
Und weil es alle Eier warm haben sollten, bastelten wir noch den ganzen Nachmittag weitere Eierwärmer. Diese verschenken wir nun zu Ostern.

Nun gleicht nicht mehr ein Ei dem anderen und jedes hat jetzt seinen eigenen Sockenckarakter.

Überhaupt, so habe ich erfahren, können Socken jede Menge über ihren Träger preisgeben. Bild.de hat dazu eine nicht ganz ernst gemeinte Socken-Typologie herausgegeben.
Demnach werde beispielsweise zwischen Schnäppchen- oder Gewohneitssocken-Trägern unterschieden. Ebenso differenziere man zwischen Öko-Socken-Trägern und jenen, die Löcher in ihren Beinlingen haben oder barfuß unterwegs seien.

Lt. der Socken-Typologie von bild.de werden die Träger von Öko-Socken wie folgt charakterisiert: Sie versuchten, sich politisch korrekt zu verhalten und wiesen einen Hang zur Esoterik auf. Globuli und Mondphasen gehörten ebenso zu ihrem Leben wie eine gewisse Steifheit, was als Prinzipientreue verstanden werde.

Menschen, die auf Socken gänzlich verzichten, beschreibt bild.de charakterlich so: Diese Menschen fände man häufig in geselligen Runden, die ihrem Unterhaltungstalent und dem freien Geist eine Bühne böten. Sie seien extrovertiert und fänden ihre Beinkleidnachlässigkeit äußerst progressiv.

Als fortschrittlich lässt sich auch die Anzahl der Socken bezeichnen, die laut des Marktforschungsunternehmens GfK Switzerland ein durchschnittlicher deutscher Mann sein Eigen bezeichnet: 24 Sockenpaare.
78 Prozent dieser Männer wechselten täglich ihre Strümpfe, so die Studie. Damit gehörten die deutschen und die britischen Männer zu den Sauberkeitsfanatikern in Europa, was das Wechseln von Strümpfen angeht. Nur die Schweizer Männer nehmen es nicht so genau: Drei von zehn Schweizer Männern wechselten dagegen nicht täglich ihre Socken. Und über zehn Prozent behielten die Fußbekleidung auch länger als zwei Tage an.

Da stinkt nicht nur der Käse Zuhause.

Wenn Sie nun auch mal wieder frischen Wind in Ihren Kleiderschrank bringen wollen und sich überlegen, was sie aussortieren könnten, dann lassen Sie sich von folgenden Seiten inspirieren. Und, liebe Frauen, jetzt können Sie noch unbefangener als sonst Socken verschenken. Ostern ist ein idealer Zeitpunkt dafür.

In diesem Sinne: Haben Sie eine abwechslungsreiche, vorösterliche Zeit,

Ihre bastelnde Katrin

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